#nachgefragt bei Anita von Ahornzeit

Da wir euch nicht immer nur von uns erzählen wollen, haben wir uns etwas Neues überlegt und eine Interview-Reihe ins Leben gerufen: #nachgefragt.

Für jede unserer drei Kategorien Leben – Reisen – Genießen haben wir uns eine Einstiegsfrage überlegt, die bei allen Interviews immer gleich sein wird; die nachfolgenden Fragen ergeben sich dann aus den Antworten, denn wir wollen ja schließlich keinen starren Fragenkatalog abarbeiten, sondern genauer nachfragen. 😉

Wir freuen uns sehr, dass wir Anita vom Blog Ahornzeit für unsere erste Ausgabe von #nachgefragt gewinnen und nun mehr über sie erfahren konnten. Erstmals sind wir über Instagram auf Anita aufmerksam geworden, da sie immer wieder unser Interesse mit ihren Bildern übers Lauf- und Triathlontraining, Reisen und Plogging weckte. Aber darüber erzählt sie uns nun selbst ein wenig.

Anita Horn (Foto: Inger Diederich)

Aus dem LEBEN

Was schätzt du in deinem alltäglichen Leben besonders?

Ich fühle mich sehr privilegiert, dass ich Hobby und Beruf oft miteinander verbinden kann, mir dadurch oft auch tagsüber Zeit für meinen Sport und mein Privatleben nehmen kann und dass ich einen gesunden und gewillten Körper habe, der mir all das ermöglicht und mich trägt und (aus)hält.

Deine Work-Life-Balance scheint sehr ausgeglichen zu sein. Was machst du denn beruflich, dass du Hobby und Beruf so gut mit  einander verbinden kannst?

Ich bin Radio-Reporterin beim WDR Hörfunk, Autorin für diverse Sportmagazine (Laufen, Triathlon), Bloggerin und nebenbei Trainerin. Das passt alles ganz wunderbar zusammen, auch wenn ich dafür gut Termine jonglieren muss.

Anita unterrichtet Yogaletics (Foto: Florian Schmidt)

Anfang des Jahres hast du zusammen mit Caro „Grünköpfe“ und das „Plogging Cologne“-Projekt ins Leben gerufen. Das finden wir  großartig. Woher kam eure Idee dazu, so etwas in Köln ins Leben zu rufen? Wie lief der Weg von der Idee zur Umsetzung? Welche Hürden musstet ihr nehmen und wie läuft das Projekt aktuell (nach 6 Monaten)?

Die Idee hat mehrere Quellen. Ich bin mal mit der Bahn von Köln nach Berlin gefahren. Schräg vor mir saß eine Dame, die auf der Fahrt sechs Kaffee aus dem Boardbistro getrunken hat – alle in einem neuen Einwegbecher. Ich habe gemerkt, wie ich darüber innerlich gekocht habe und wollte etwas unternehmen – langfristig und nachhaltig.

Caro geht oft Wakeboarden und mag sauberes Wasser und so kamen wir von einem zum anderen. Als sich dann auch noch ergab, dass wir mit unserem Blog grünköpfe.de eine ganze WDR-Radio-Reportage-Reihe untermalen können, war klar, dass wir uns in die Arbeit stürzen. Wir kümmern uns jeden Monat um ein neues Nachhaltigkeitsthema – Ernährung, Plastik, Reisen, Finanzen, Baumen und Wohnen – sprechen mit Experten, machen Selbstversuche und versuchen vor allem die Leute, die noch gar nichts mit diesen Sachen am Hut haben, nachhaltig zu gewinnen.

Es läuft ganz wunderbar, wir haben schon Gastartikel in großen Nachhaltigkeitsmagazinen (GreenUp) geschrieben, gehen mittlerweile regelmäßig ploggen (https://gruenkoepfe.de/plogging-cologne) und haben  noch viele Ideen, wie es in Zukunft weitergeht.

Plogging Cologne (Foto: Anita Horn)

Über das REISEN

Welche Reise hat dich besonders geprägt und/ oder ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Uh alle meine Reisen haben mich auf ihre Art geprägt. Ganz vorne mit dabei sind Mexiko und Spanien inklusive Mallorca – meine Herzheimatländer. Ich liebe die Sprache, die Lebensfreude der Menschen dort, das Essen, die Natur!

Ich habe eine Zeit lang in Spanien studiert und gelebt und in Mexiko habe ich eine Art Zweitfamilie. Dann folgen Südafrika, Costa Rica, Kolumbien und Venezuela, Chile und Argentinien. Aber auch Thailand, Kambodscha und Vietnam. Georgien. Aktuell zieht es mich in die kälteren Regionen von Island und Norwegen (die Lofoten sind mein nächstes Ziel im August). Mein Traumziel für irgendwann mal ist Papua Neuguinea!

Ich versuche immer, so gut es geht in Kontakt mit Einheimischen zu kommen, um das Land und die Leute wirklich kennenzulernen. Ich besuche gerne Kinderhilfs- und Tierschutzprojekte, meide klassische Hotels und versuche, mich vor Ort so nachhaltig wie möglich zu verhalten.

Urlaub in Mexiko (Foto: Anita Horn)

Wow – da bist du aber schon sehr viel rumgekommen auf der Welt. Sprichst du neben Englisch und Spanisch noch weitere Fremdsprachen? Gehört es vielleicht zu deiner Urlaubsvorbereitung, zumindest ein paar Sätze in der Landessprache zu können?

Ich spreche fließend Spanisch und Englisch, habe auch mal Portugiesisch und Arabisch und Polnisch und Französisch gelernt, aber da kann ich eher nur ein bisschen bis sehr wenig. Wobei ich immer finde, dass ein paar Wörter als Wellenbrecher schon reichen – die Leute vor Ort freuen sich immer wenn man hallo in der Landessprache sagen kann.

Ich kaufe mir vor fast jeder Reise kleine Sprachführer und natürlich Reiseführer in Buchform. Mein Reiseregal ist groß und bunt und voll – auch mit ein paar wenigen Reiseführern von Ländern, in denen ich noch nicht war, die aber mal irgendwann geplant sind. Reiseführer lesen, mit Leuten aus dem Land vorab irgendwie Kontakt aufnehmen und vor Ort so typisch wie möglich leben – das gehört für mich immer dazu.

Wir bewundern dein soziales Engagement sowohl zu Hause als auch auf deinen Reisen. Kannst du uns mehr zu deinen Besuchen bei Kinderhilfs- und Tierschutzprojekten erzählen? Wie kamst du dazu? Wonach suchst du die Projekte aus, die du vor Ort besuchen und unterstützen möchtest?

Oft kann ich privates Interesse mit einer WDR-Radio-Reportage verbinden, das heißt ich habe immer mein Mikro dabei und mache vor Ort Aufnahmen. Natürlich kontaktiere ich vorher Organisationen oder Heime, um zu schauen, ob dort ein Besuch und Interviews möglich sind. Meist ist das aber kein Problem und so gebe ich den Menschen vor Ort ein Sprachrohr und teilweise sehr hilfreiche Aufmerksamkeit durch Öffentlichkeit und ich kann oft selbst mit anpacken und was tun – auch wenn das oft nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist.

Ich finde es wichtig zu merken, wie gut wir es haben und das man oft alleine durch Anwesenheit etwas bewirken kann. Auch wenn Luft und Liebe alleine bei solchen Projekten natürlich nicht ausreichen, um erhalten zu bleiben. Ich finde die Projekte oft eher zufällig. Ich schaue wo ich in etwa lang reisen möchte und suche dann online nach Ideen. Oft finde ich dann mehr als ich besuchen kann und beschränke mich auf 1-2 Sachen pro Reise.

Und jetzt haben wir noch eine ganz andere „Reise“-Frage an dich, denn du sprachst in der ersten Frage zum Thema Leben davon, wie glücklich du dich schätzt, einen gesunden und starken Körper zu haben: Wie hat dich deine Reise zum Start beim Ironman Frankfurt verändert und geprägt?

Meine Mission „IRONMAN“ war im zweiten Anlauf zum Glück erfolgreich und ich glaube mittlerweile, dass es gut war, letztes Jahr nicht an den Start gegangen zu sein (wegen ewiger Erkältung im Winter davor). Ich denke, alles kommt zu seiner Zeit und alles hat einen Grund.

IRONMAN Frankfurt (Foto: Anita Horn)

Ich habe mich selbst besser kennengelernt, ich habe gelernt Ruhe zu bewahren und das Positive in Dingen zu sehen (jetzt noch mehr als vorher schon). Ich habe gelernt, dass mein Kopf wahnsinnig stark ist und dass ich alles schaffen kann, wenn ich will und die richtige Unterstützung dabei bekomme. Ich bin während meiner Vorbereitungen „gewachsen“ – mental größer und stärker geworden und seit dem Finish innerlich zufriedener als je zuvor.

Ich habe mir meinen größten sportlichen Traum erfüllt und bin gerade einfach sehr seelig, dankbar für meinen wunderbaren Freund, der das alles so unfassbar gut mitgemacht und unterstützt hat, dankbar für meine Eltern und Freunde, dass sie mich unterstützt haben, auch wenn sie mich in den letzten Monaten nicht so oft gesehen haben und dankbar auch mir selbst, dass ich Kraft genug hatte, den harten Teil des Wettkampf (3.Laufrunde) trotzdem durchzuhalten. Der Zieleinlauf war einfach unbeschreiblich!

 

[Hier könnt ihr Anitas Bericht über den Ironman nachlesen: Ich bin Ironman – Gänsehaut pur!]

Was zum GENIESSEN

Hast du einen Genuss Tipp für uns?

Ich bin Stier und absoluter Genussmensch! Ich liebe meinen Kaffee am Morgen, koche wahnsinnig gerne und züchte meine eigenen Chilis (aktuell zehn Sorten), weil ich scharfes Essen liebe – mexikanisch und thai ganz vorne. Ich esse gerne vegan, bevorzuge frische Kräuter und Salz/Pfeffer. Geschmacksverstärker und Fertiggerichte kommen mir nicht auf den Teller.

Ich könnte außerdem den ganzen Tag kiloweise Obst essen und ich stehe total auf Pasta: Gnocchi, Tortellini, Fusilli, tutti kompletti! Getrocknete Tomaten dazu, Pinienkerne, Feta, Basilikum, lecker! Dazu noch ein israelischer oder chilenischer Rotwein oder auch mal ein leckeres Bier und ich bin glücklich 😊

Außerdem erfinde ich gerne eigene Smoothies, z.B. mit Kaffeepulver für den kleinen Extrakick oder mit Minze und Maracuja [Link zu Anita’s Blog: Rezept für ihre Power Smoothies]

Frühstücksliebe (Foto: Anita Horn)

Was den Genuss betrifft, so sind wir scheinbar auf einer Wellenlänge. Das hört sich schon beim Lesen so lecker an. Wenn du nicht selbst kochst, in welchem Restaurant würde man dich antreffen? Du hast sicherlich einige kulinarische Geheimtipps (nicht nur in Köln), die dich mit ihrem Essen zum Schwärmen bringen und dich an deine Reisen erinnern.

Ich habe ehrlich gesagt kein Lieblings- oder Stammrestaurant. Ich liebe die Abwechslung: mal ein Tapasladen, mal ein Brauhaus mit guter Deutscher Küche und Kölsch. Ich liebe Märkte – in Barcelona und Hamburg und Mexiko – die Düfte, die Farben, die Marktschreier, großartig! Ich liebe Thaifood und Pasta und probiere gerne neue Restaurants aus. Ich sage auch oft „das ist jetzt mein Lieblingsladen“ und zwei Wochen später habe ich schon wieder einen neuen gefunden… ☺️

Genuss ist nicht nur gutes Essen. Was verbindest du neben dem Kulinarischen noch mit dem Begriff „Genießen“? Was kann für dich auch noch ein Genuss sein?

Genuss ist für mich Sonne auf dem Bauch, Wasser an den Füßen und Sand am Rücken. Genuss ist für mich ein Spaziergang in der Natur, mit Bergen und Seen und Wind und Wetter. Genuss bedeutet für mich aber auch Zeit, freie Zeit – ohne Stress, mal alleine, mit einem Glas Wein, aber unbedingt auch mit meinem Freund und Freunden.

Genuss ist es, wenn ich eine eigene Zitrone von meinem Baum auf der Dachterrasse oder eine selbstgezüchtete Chili ernten kann. Genuss ist für mich Reisen – der Weg dorthin, Menschen beobachten an Bahnhöfen oder auf öffentlichen Plätzen. Genuss heißt meinen Laufhund Zippo wiedersehen und mit ihm joggen zu gehen, aber auch mein Training kann Genuss sein (auch wenn ich während dessen hin und wieder fluche).

Genuss ist für mich auch nach einer Stunde Yogaletics oder ROPES oder anderen Kursen, die ich gebe, in angestrengte und gleichzeitig erholte, zufriedene Gesichter zu blicken und ein kleines Danke zu bekommen, dass es Spaß gemacht hat…

ASICS meets ROPES – Anita liebt es, zu coachen

Anita, ganz herzlichen Dank für deine Zeit und das Beantworten unserer Fragen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg beim Erreichen deiner sportlichen und persönlichen Ziele. Wenn ihr mehr über Anita erfahren wollt, dann schaut am besten auf ihren Blogs Ahornzeit und Grünköpfe vorbei.

Habt die schönste Zeit!

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